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Mehr als nur eine Stradivari des Mittelalters
Spektakuläres Forschungsprojekt für die Epochenausstellung „Aufbruch in die Gotik“

Es ist tatsächlich so, dass bei der Erforschung der Musikinstrumente etwas geschieht und sichtbar wird, was es bisher noch nicht gegeben hat. So wie der Lack des Geigenbauers Stradivari das Geheimnis seines Erfolges war, so sind die Innenmaße und Konstruktionsdetails der Musikinstrumente die bis heute nicht entschlüsselten Geheimnisse der Flöten, Schalmeien und Drehleiern.

Entdeckung verborgener Geheimnisse
Was machen mittelalterliche Musikinstrumente in einem Computertomographen? Dort, wo sich normalerweise Menschen radiologischen oder kardiologischen Untersuchungen unterziehen, wurden im Institut für Medizinische Physik der Universität Erlangen-Nürnberg
zwei mittelalterliche Musikinstrumente gescannt.
Die älteste Drehleier Europas (15 Jh.) und die älteste, komplett erhaltene Kernspaltflöte der Welt (ca. 1200) werden unter Verwendung modernster Technologie digital vermessen; die Bohrungen und Konstruktionen werden in hundertstel Millimeter genau gescannt und als 3D-Modelle digital animiert. Mithilfe dieses Verfahrens erhoffen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse über die Innenmaße der beiden Musikinstrumente, deren verborgene Geheimnisse im Computertomographen nach vielen hundert Jahren endlich sichtbar werden.
Die ungewöhnliche, aber äußerst aufschlussreiche Untersuchung wird ermöglicht durch die Zusammenarbeit des Instituts für Medizinische Physik der Universität Erlangen-Nürnberg (Prof. Dr. Achim Langenbucher und Prof. Dr. Willi Kalender), des Lehrstuhls für Numerische Mathematik der Justus-Liebig- Universität Gießen (Prof. Dr. Tomas Sauer) und des Forschungszentrums Mittelaltermusik in Schloss Wernsdorf (Prof. Dr. Wolfgang Spindler). Die langjährige Kooperation von Prof. Langenbucher und Prof. Sauer trägt bei diesem Projekt Früchte auf einem gänzlich unerwarteten Gebiet außerhalb ihrer alltäglichen Forschungsgebiete.

Informationen zu den Instrumenten:

Drehleier
erbaut zwischen 1400-1480,
(erhalten von der jetzigen Besitzerin, Frau Erdmann, Musik-Instrumenten-Museum, Goslar)

Beim Umbau eines spätmittelalterlichen Hauses in der Nähe der Stadtmauer der Stadt Konstanz/Bodensee wurde das im 18. Jahrhundert über einen Fehlboden gelegte Holz entfernt. Der alte Fehlboden wurde geöffnet und darin Keramik, Münzen etc. und auch diese Drehleier gefunden. Das Instrument gelangte in den Besitz des damals bekannten Sammlers Erdmann, der es seitdem in seinem Museum zu Goslar ausstellt.

Blockflöte - Kernspaltflöte
erbaut ca. 1200 - 1250
Daten von Frau Dr. Betty Arndt, Stadtarchäologie Göttingen:

Fund 1987 in der "Kloake 6" der Weender Straße 27, Göttingen. Das war die älteste der Kloaken eines mittelalterlichen Steinhauses. Man fand und ergrub 3 Schichten: oben neuzeitlicher Bauschutt, in der Mitte lockere braune Erde und ganz unten die typische Kloakenkonsistenz: "Je 10 cm mächtige grünliche und schwarze kompakte Schichten mit stark aromatischem Geruch." Zahlreiche Keramik, Glas- und Metallfunde des 13/14. Jahrhunderts. Andere Holzreste in der Dendrochronologie: von 1246-1322. Die Flöte wurde im nassen Zustand in das Deutsche Schifffahrts-Museum nach Bremerhaven gebracht und dort konserviert: ein Jahr im Polyethlenglycolbad. Diese Blockflöte, die älteste bekannte des Mittelalters, liegt in der Sammlung des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Göttingen unter der Leitung des AOR Dr. Klaus-Peter Brenner.

 

Technischer Ablauf der Scanns
Beide Instrumente wurden in einem medizinischen Spiral-CT gemessen (für die digitalen 3D-Modelle in der zukünftigen Ausstellung, die dem Besucher einen Blick in das Innenleben und das Konstruktionsprinzip der Instrumente ermöglichen sollen) und dann auch noch in einem höherauflösenden C-Bogen-Tomographen, mit dem Teile der Drehleier und der Flöte gemessen wurden, um Details genauer erkennen zu können. Um gute Ergebnisse, gerade bei der Drehleier mit ihren vielen Metallteilen, zu erhalten, mussten die Messparameter (Strahlungsintensität, Filterungen) angepasst werden, die in diesem Falle deutlich anders sind als bei "normalen" Patienten. Bei der Drehleier wurde speziell das Bauprinzip betrachtet und analysiert, das sich von dem moderner Drehleiern deutlich unterscheidet, aber trotzdem auf hohe handwerkliche Fertigkeiten schliessen lässt.

Die Forschungsergebnisse, Scanns und 3-D Animationen werden in der großen Epochenausstellung „Aufbruch in die Gotik“ in Magdeburg präsentiert.

 

FAHRTZIEL KULTUR ALS ERFOLGSSTORY
Deutschlandweites Projekt feiert einjähriges Bestehen

Stuttgart (CAB)
An den Ort des Entstehens kehrten in diesen Tagen die Macher des deutschlandweiten, touristischen Projekts „Fahrtziel Kultur“ zurück. Auf der Tourismusmesse CMT in Stuttgart war im vergangenen Jahr die Idee zu dem innovativen Reiseführer geboren worden, der neue Wege im Deutschland-Tourismus beschreitet.


In der Rekordzeit von nur sechs Monaten entstand seinerzeit unter der Regie von Matthias Poeschel (TMG Sachsen-Anhalt, Magdeburg) und mit der kreativen und logistischen Unterstützung von Thomas Spindler (CAB Artis Kulturmanagement, Bamberg) sowie Dr. Alexander Schubert (Marketingleiter der Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim) ein 84-Seiten starker Reiseführer, der eine Einladung ins deutsche Mittelalter ausspricht.

Die zehn deutschen Kulturmetropolen Aachen, Bamberg, Braunschweig, Eisenach-Wartburg, Görlitz, Magdeburg, Mannheim, Nürnberg, Quedlinburg und Regensburg präsentieren sich darin als lukrative Reiseziele mit besonderen historischen Sehenswürdigkeiten. Ergänzt wird das Angebot durch Ausflugstipps in die jeweilige Region sowie attraktive touristische Arrangements.

Die zeitliche Klammer bilden die beiden großen Mittelalterausstellungen „Aufbruch in die Gotik“, die Magdeburg als Landesausstellung Sachsen-Anhalt 2009 anlässlich des 800. Domjubiläums zeigt und die Mittelalterschau „Die Staufer und Italien. Drei Innovationsregionen im mittelalterlichen Europa“, die Mannheim als Ausstellung der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen im Stauferjahr 2010 ausrichtet.

Inzwischen, so berichten Beobachter, habe das Projekt frischen Wind in den Deutschlandtourismus gebracht. „Das Prinzip unseres überregionalen Städtebundes trifft genau den Kundengeschmack. Wer heute durch Deutschland reist, macht nicht an der Stadtgrenze halt“, so Projektleiter Matthias Poeschel. „Fast täglich treffen nicht nur Anfragen von Reisegruppen und Individualtouristen ein. Auch melden sich immer mehr Städte, die anfragen, ob sie sich künftig am Projekt beteiligen können“.

Die Startauflage von 250.000 deutschen und 50.000 englischsprachigen Broschüren ist inzwischen fast vergriffen. Dementsprechend nutzten die drei Väter des Projekts das Wiedersehen auf der Stuttgarter Messen bereits, um neue Ideen für die zweite Veröffentlichung von „Fahrtziel Kultur“ zu entwickeln.

www.fahrtziel-kultur.de


Mit Alexander dem Großen und der Gotik auf dem Fest der Reise

Nürnberg (CAB)
Seite an Seite mit den bekannten Musicals „König der Löwen“, „We will rock you“ und „Der Schuh des Manitu“ präsentierte CAB Artis am vergangenenWochenende die großen für 2009 und 2010 bevorstehenden Ausstellungshöhepunkte „Alexander der Große und die Öffnung der Welt“, „Aufbruch in die Gotik“ und „Die Staufer und Italien“ in Nürnberg auf dem „Fest der Reise“.


Anlässlich des 80. Betriebsjubiläums richtete das Reiseunternehmen Merz-Reisen, das zu Deutschlands führenden Anbietern von Kultur-, Städte- und Länderreisen gehört, in der Nürnberger Meistersingerhalle eine große Festveranstaltung mit Musik, Show und Unterhaltung aus. Weit über 5.000 reisefreudige Besucher folgten dem Ruf des traditionsreichen Unternehmens und informierten sich vor Ort über die attraktivsten Reiseanlässe im Kunst- und Kulturbereich.

Mit einem eigenen Stand war Cab Artis für Städtereisen nach Magdeburg, Mannheim und Schloß Wernsdorf, ebenso für den Besuch der kulturhistorischen Großausstellungen. Das „Fest der Reise“ bot den Rahmen für zahlreiche Kontaktgespräche mit der Hauptzielgruppe für Busreisen.

„Der Auftritt auf dem Fest der Reise war ein voller Erfolg“, so der Marketing-Leiter der Reiss-Engelhorn-Museen, Dr. Alexander Schubert. „Mannheim ist mit der Präsenz auf dieser hochkarätigen Veranstaltung endgültig auf der kulturtouristischen Landkarte Deutschlands angekommen“.